FüPOG II – Reform des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen – neueste Entwicklungen:

In den Vorständen deutscher Unternehmen sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Ihr Anteil erhöhte sich seit 2015 lediglich von 6,3 Prozent auf 7,7 Prozent im Geschäftsjahr 2017. 80 Prozent der Unternehmen haben keine Frau im Vorstand. Bundesfrauenministerin Franziska Giffey betonte, es sei angesichts dieser Ergebnisse umso wichtiger, die Reform des FüPoG anzugehen. Ein entsprechender Gesetzentwurf von Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht wird seit Monaten innerhalb der Regierung abgestimmt. In der Union gibt es Widerstände dagegen.

Am 10. Juni 2020 wurden die Dritte und Vierte Jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes vom Bundeskabinett beschlossen und anschließend dem Deutschen Bundestag zugeleitet. Demnach ist im Bereich der Privatwirtschaft der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Unternehmen, die unter die feste Quote fallen, weiter gewachsen. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes 2015 stieg er von 25 Prozent auf 32,5 Prozent im Jahr 2017 und in diesem Jahr auf 35,2 Prozent. Im Vergleich dazu sind es bei Unternehmen, die nicht unter die Quote fallen, allerdings nur magere 19,9 Prozent. Bundesjustizministerin Lambrecht schlussfolgerte, dass die eingeführte Aufsichtsratsquote Wirkung gezeigt habe. Diese solle nun auf alle paritätisch mitbestimmten Unternehmen ausgeweitet werden, das Erfordernis der Börsennotierung solle künftig wegfallen. Außerdem solle bei großen Unternehmen ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau im Vorstand sein.

Stellungnahme der Bundesfamilienministerin, Impulspapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bericht im Handelsblatt, Bericht im Spiegel