BVerfG: Beim Versorgungsausgleich dürfen Frauen nicht länger benachteiligt werden. Bei der Teilung der Betriebsrenten erhalten Frauen oftmals weniger als ihnen zusteht. Das liegt an einer Ausnahmeregelung im Gesetz. In bestimmten Fällen kann der Versicherer verlangen, dass der Partner, der nicht dem Betrieb angehört, seinen Anteil bei einer anderen Rentenversicherung anlegt. Das sind meist die schlechter verdienenden Frauen. Vom neuen Versicherer bekamen sie aufgrund der stark gesunkenen Zinsen dann deutlich weniger Rente ausbezahlt. Das Bundesverfassungsgericht hält die Regel der externen Teilung zwar für verfassungskonform. In Zukunft müssen die Familiengerichte bei der Teilung jedoch darauf achten, dass die Teilung nicht auf Kosten der ausgleichberechtigten Frauen geht. Sie müssen prüfen, wie Transferverluste vermieden werden können.

Az 1 BvL 5/18, Urteil vom 26.5.2020, BVerfG Pressemitteilung; djb-Pressemitteilung